Die iranische Diaspora umfasst weltweit schätzungsweise 4 bis 6 Millionen Menschen mit iranischen Wurzeln, einschließlich der Nachkommen von Ausgewanderten. Ein großer Teil dieser Gemeinschaft entstand durch verschiedene Auswanderungsbewegungen, besonders seit 1979. Heute leben iranische Gemeinschaften in vielen Ländern und verbinden ihre kulturellen Wurzeln mit dem Alltag ihrer neuen Heimat. Wie diese Gemeinschaft entstanden ist, wo sie lebt und wie sich iranische und deutsche Einflüsse im Alltag verbinden, erfährst du in diesem Überblick.
Was ist die iranische Diaspora?
Unter der iranischen Diaspora versteht man Menschen mit iranischen Wurzeln, die außerhalb Irans leben. Dazu gehören Personen, die selbst aus Iran ausgewandert sind, ebenso wie ihre Kinder und Enkel, die in anderen Ländern geboren wurden. Für die weltweite Diaspora kursiert eine Schätzung von 4 bis 6 Millionen Menschen einschließlich der Nachkommen. Diese Spanne ist eine Schätzung und keine einheitliche amtliche Gesamtstatistik.
In Deutschland lebten laut Mediendienst Integration rund 319.000 Menschen mit iranischem Migrationshintergrund. Die Angabe beruht auf Daten des Statistischen Bundesamts und wurde vom Mediendienst am 11. März 2026 veröffentlicht. Die Community ist vielfältig. Die Lebensgeschichten und persönlichen Verbindungen zu Iran unterscheiden sich von Familie zu Familie.

Geschichte: Fluchtwellen seit 1979
Die heutige iranische Diaspora ist über mehrere Jahrzehnte entstanden. Einen wichtigen Einschnitt bildet das Jahr 1979. In den Jahren danach verließen Menschen Iran in unterschiedlichen Wellen. Auch später kamen weitere Gruppen hinzu. Die Gründe waren nicht immer dieselben. Manche Menschen suchten neue berufliche oder akademische Möglichkeiten. Andere verließen das Land aufgrund ihrer persönlichen Lebenssituation oder familiärer Umstände.
Wichtig zu wissen ist, dass die Geschichte der Diaspora nicht aus einer einzigen Auswanderungswelle besteht. Menschen kamen zu unterschiedlichen Zeitpunkten und brachten ihre eigenen Erfahrungen mit. Wer in den 1980er-Jahren nach Deutschland kam, hat möglicherweise einen ganz anderen Weg erlebt als jemand, der erst Jahrzehnte später zum Studium oder für eine berufliche Tätigkeit eingewandert ist.
Auch die nachfolgenden Generationen gehören heute zum Bild der Community. Manche sind in Deutschland geboren und aufgewachsen. Andere haben einen Teil ihrer Kindheit in Iran verbracht. So entstehen unterschiedliche Verbindungen zu beiden Ländern.
Wo lebt die iranische Diaspora?
Die iranische Diaspora ist weltweit verteilt. Zu den bekannten Zentren gehören die USA, Kanada und die Türkei. In Deutschland haben sich ebenfalls größere Gemeinschaften entwickelt. Besonders in Hamburg, Berlin, Frankfurt und Nordrhein-Westfalen findest du Menschen mit iranischen Wurzeln.
Die genauen Zahlen unterscheiden sich je nachdem, ob nach iranischer Staatsangehörigkeit, Geburtsland oder familiärer Herkunft gefragt wird. Einen detaillierten Überblick findest du im Artikel zur Anzahl der Iraner in Deutschland.
USA und „Tehrangeles“
Die USA gehören zu den wichtigsten Zentren der iranischen Diaspora. Besonders bekannt ist der Großraum Los Angeles. Dort hat sich über Jahrzehnte eine ausgeprägte iranisch geprägte Community entwickelt. Der umgangssprachliche Begriff „Tehrangeles“ verbindet die Namen Teheran und Los Angeles.
Im Alltag zeigt sich diese Verbindung an unterschiedlichen Stellen. Du findest beispielsweise Geschäfte, Restaurants, Medienangebote und Veranstaltungen mit Bezug zur persischen Kultur. Typische Merkmale sind:
- Iranische Geschäfte: Lebensmittel und Produkte aus der persischen Kultur gehören zum Angebot.
- Persische Medien: Verschiedene Medien richten sich an Menschen mit iranischen Wurzeln.
- Familiennetzwerke: Kontakte zwischen mehreren Generationen sind ein wichtiger Bestandteil.
- Kulturelle Treffen: Veranstaltungen bringen Menschen mit ähnlichen Wurzeln zusammen.
Für viele Menschen bietet dieses Umfeld die Möglichkeit, Teile ihrer kulturellen Herkunft auch weit entfernt von Iran im Alltag zu bewahren.
Kanada und Türkei
Auch Kanada und die Türkei haben größere iranische Gemeinschaften. Die Gründe für die Auswanderung sind dabei ebenso unterschiedlich wie in anderen Ländern. Manche Menschen kamen für Studium und Beruf. Andere folgten Familienmitgliedern oder bauten sich nach ihrer Auswanderung ein neues Leben auf. Die Community zeigt sich dort unter anderem durch:
- Sprachliche Verbindung: Persisch wird innerhalb zahlreicher Familien weiterhin gesprochen.
- Familienkontakte: Verwandte leben teilweise über mehrere Länder verteilt.
- Kulturelle Veranstaltungen: Gemeinsame Aktivitäten schaffen Begegnungen.
- Digitale Netzwerke: Online-Plattformen erleichtern den Kontakt über Grenzen hinweg.
So entsteht ein internationales Netzwerk, in dem Menschen ihre Herkunft auf ganz unterschiedliche Weise leben können.
Iraner in Deutschland
Auch in Deutschland ist die iranische Community über verschiedene Regionen verteilt. Besonders in größeren Städten gibt es entsprechende Netzwerke, Geschäfte, Vereine und kulturelle Angebote. Hamburg, Berlin und Frankfurt zählen zu den bekannten Zentren. In Nordrhein-Westfalen leben ebenfalls zahlreiche Menschen mit iranischem Hintergrund.
Wenn du dich fragst, wo leben die meisten Iraner in Deutschland, solltest du die verwendete Statistik genau ansehen. Eine Zahl über iranische Staatsangehörige sagt beispielsweise nicht automatisch aus, wie groß die gesamte Gruppe von Menschen mit iranischen Wurzeln ist.
Für konkrete Werte und eine ausführlichere Einordnung kannst du den separaten Artikel zur Anzahl der Iraner in Deutschland lesen.

Bildung, Integration & Leben in Deutschland
Das Leben der iranischen Community in Deutschland ist von unterschiedlichen Bildungs- und Berufswegen geprägt. Dazu gehören Studierende, Fachkräfte, Selbstständige und Menschen aus zahlreichen weiteren Berufsfeldern. Auch innerhalb einer Familie können die Lebenswege sehr verschieden aussehen.
Wenn du eine iranisch-deutsche Familie kennenlernst, bemerkst du diese Mischung manchmal schon an der Sprache. Zu Hause wird vielleicht Persisch gesprochen, während Deutsch die Sprache in Schule, Studium und Beruf ist. Kinder wachsen dadurch mit mehreren sprachlichen und kulturellen Einflüssen auf.
Auch kulturelle Traditionen können eine Rolle spielen. Nowruz, Aroosi oder ein Sofreh Aghd werden innerhalb von Familien unterschiedlich gepflegt. Manche Traditionen werden vollständig weitergegeben. Andere verändern sich mit jeder Generation. Das ist ein normaler Teil einer Diaspora.
Ta’arof verstehen
Ta’arof begegnet dir vor allem in Situationen, in denen Höflichkeit und Gastfreundschaft eine Rolle spielen. Zum Beispiel kann dir jemand mehrmals Tee, Essen oder ein Geschenk anbieten, obwohl du zunächst ablehnst. Auch beim Bezahlen einer Rechnung kann diese Form der Höflichkeit vorkommen. Was für dich zunächst wie ein ernst gemeintes Angebot wirkt, kann also auch eine kulturelle Geste sein.
Du musst Ta’arof nicht sofort richtig einordnen können. Wenn du unsicher bist, hilft eine freundliche Nachfrage mehr als eine Vermutung. Mit der Zeit bekommst du ein besseres Gefühl dafür, wann ein Angebot tatsächlich gemeint ist und wann es vor allem höflich formuliert wurde.
Wichtiger Hinweis: Ta’arof kann sich in unterschiedlichen Situationen des sozialen Alltags zeigen. Die genannten Beispiele wie Einladungen, Tee, Essen, Geschenke oder das Bezahlen einer Rechnung sind daher nicht vollständig. Persönliche Grenzen, Zustimmung und Intimität sind davon vollständig ausgenommen. Wenn deine Partnerin oder dein Partner in diesen Bereichen „Nein“ sagt, ist das immer ein klares Nein.
Wenn du Menschen aus unterschiedlichen kulturellen Hintergründen kennenlernst, können solche kleinen Unterschiede interessant sein. Du musst dabei keine Tradition übernehmen. Es reicht, offen zu bleiben und die jeweilige Bedeutung einer Geste kennenzulernen.
Bekannte Stimmen der Diaspora
Auch bekannte Persönlichkeiten gehören zur iranischen Diaspora in Deutschland. Sie kommen aus unterschiedlichen Bereichen und haben verschiedene Lebensgeschichten. Einige sind in Iran geboren und später nach Deutschland gekommen. Andere sind bereits in Deutschland aufgewachsen.
Wenn du mehr über einzelne Persönlichkeiten erfahren möchtest, findest du im Artikel über berühmte Iraner in Deutschland eine ausführlichere Übersicht. Einige Bereiche, in denen bekannte Deutsch-Iraner vertreten sind:
- Kultur und Medien: Persönlichkeiten aus Film, Fernsehen und Journalismus verbinden unterschiedliche kulturelle Erfahrungen.
- Wissenschaft: Menschen mit iranischen Wurzeln arbeiten an Hochschulen und Forschungseinrichtungen.
- Wirtschaft: Unternehmer und Fachkräfte sind in unterschiedlichen Branchen tätig.
- Sport: Auch im Sport finden sich Biografien mit iranisch-deutschem Hintergrund.
Diese Beispiele zeigen, wie breit die Lebenswege innerhalb der Diaspora sein können. Es gibt daher nicht die eine typische Biografie eines Menschen mit iranischen Wurzeln in Deutschland.

KIBAKI: Begegnungen statt endloser Chats
Eine Diaspora lebt nicht nur von gemeinsamer Geschichte. Auch persönliche Begegnungen gehören dazu. KIBAKI ist der Ort, an dem sich Perser im Ausland begegnen. Die App setzt dabei auf echte Events und Verabredungen statt auf endlose Chats.
Du siehst, wer in der Nähe ist, lädst die Person zu einem echten Event ein oder schlägst etwas vor. Der Chat öffnet sich, wenn sie zusagt. Manche finden hier eine Partnerin oder einen Partner. Andere lernen neue Freunde kennen oder entdecken Menschen aus ihrer Stadt. Gegründet in Deutschland, ist KIBAKI bundesweit offen und auf Farsi, Deutsch und Englisch verfügbar.
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Eine Diaspora, viele Lebensgeschichten
Die iranische Diaspora in Deutschland ist über Jahrzehnte gewachsen. Menschen kamen zu unterschiedlichen Zeiten und aus unterschiedlichen Gründen. Heute gehören mehrere Generationen dazu. Manche sind erst vor wenigen Jahren angekommen. Andere Familien leben bereits seit Jahrzehnten in Deutschland.
Du kannst dabei ganz unterschiedliche Formen kultureller Verbundenheit erleben. Für manche gehören persische Sprache und Traditionen fest zum Familienalltag. Andere fühlen sich vor allem über ihre Familiengeschichte mit Iran verbunden. Beides kann nebeneinander bestehen.
Wenn du tiefer einsteigen möchtest, kannst du dir die weiteren Themen zur Anzahl der Iraner in Deutschland, zu berühmten Iranern in Deutschland und zum Exil iranischer Menschen ansehen. Auch der umfassende Beitrag zu Iranern in Deutschland bietet dir einen breiteren Blick auf die Community.
Die iranische Diaspora ist damit kein festes Bild. Sie verändert sich mit jeder Generation und bleibt gerade dadurch vielfältig.
FAQ zur iranischen Diaspora
Seit 1979 gab es mehrere Auswanderungsbewegungen aus Iran. Die Gründe unterscheiden sich je nach Person und Generation. Dazu gehören unter anderem Studium, Beruf, Familie und persönliche Lebensumstände. Die heutige Community ist daher sehr vielfältig zusammengesetzt.
Das lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten. Es kommt darauf an, ob du Staatsangehörigkeit, Geburtsland oder iranische Wurzeln vergleichst. Zu den größeren Zentren der iranischen Diaspora gehören unter anderem die USA, Kanada, die Türkei und Deutschland.
Deutschland gehört zu den wichtigen europäischen Ländern für Menschen mit iranischem Hintergrund. Auch in anderen europäischen Staaten gibt es größere Gemeinschaften. Die genaue Größe hängt von der jeweiligen Definition und Statistik ab.
Das sieht von Familie zu Familie anders aus. Persisch kann zu Hause gesprochen werden, während Deutsch Schule, Studium und Beruf prägt. Kulturelle Traditionen werden teilweise weitergegeben und teilweise verändert. So entstehen individuelle Formen einer iranisch-deutschen Identität.
